Unser Trachtenheim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als der Wirt des langjährigen Vereinslokals 1971 seinen großen Saal, einem damaligen Trend folgend, umgebaut und in einen Speiseraum umgewandelt hatte, besaßen die Trachtler keine „Unterkunft“ mehr. Die bisherigen Proben- und Auftrittsmöglichkeiten beim Dorfwirt standen somit nicht mehr zur Verfügung. Einige Male wagte man Freiluftveranstaltungen oder man konnte in das sehr beengte Jugendheim ausweichen, manche Aufgaben konnten aber auch gar nicht mehr erfüllt werden.

Nachdem 1974 ein Vereinspreisplatteln witterungsbedingt komplett ausfallen musste, beschritt der Verein vollkommen neue Wege. Als die Vorstandschaft des GTEV Hittenkirchen den Bau eines eigenen Vereinsheimes im Herbst des Jahres 1974 beschloss, da gab es noch keinerlei Erfahrungen in der näheren oder weiteren Nachbarschaft, das Frasdorfer Trachtenheim, die „Lamstoahalle“, wurde erst zehn Jahre später erbaut. Ohne bestimmtes Vorbild wagten sich die Trachtler an das Projekt. Vorstand Christian Kaufmann und seine damalige Vorstandschaft zeigten großen Mut.

Mit Maria und Eduard Gregori, dem langjährigen Kassier, hatte der Verein zwei große Gönner in den eigenen Reihen. Sie stellten als zukünftige Nachbarn des Trachtenheims in großherziger Weise das Grundstück in Erbpacht für 99 Jahre zur Verfügung.

 

Ursprünglich dachten die Hittenkirchner an eine „kleine“ Lösung. Nur für Proben und für Versammlungszwecke wollten sie bauen. Diesen Gedanken ersetzten sie aber schon bald durch eine „große“ Lösung. Bau, Erhalt und Finanzierung des Trachtenheimes sollten durch einen Wirtschaftsbetrieb auf längere Sicht gesichert werden.

Vielfältige Gönner und Kräfte waren und sind seither im Einsatz. Neben dem damaligen Vorstand Christian Kaufmann waren dies vor allem der zweite Vorstand Michael Berneder, Jakob Irrgang, der sich vor allem mit der Planung verdient machte, Erwin Gregori, der die Bauausführung organisierte und begleitete, Kassier Andreas Bauer, Schriftführer Toni Bauer und Vorplattler Kaspar Steindlmüller.

 

Als Starthilfe gab es zwar keinerlei staatliche Zuschüsse, aber die ehemalige Gemeinde Hittenkirchen stellte einen Zuschuss zur Verfügung. Einige Holzspenden, vor allem aber tausendfache Hand- und Spanndienste machten es zudem möglich, dass das Trachtenheim in kompletter Eigenleistung erbaut werden konnte. Fast 200 Leute waren mit rund 5.000 Arbeitsstunden am Werk. Noch heute können die Hittenkirchner Trachtler stolz sein, dass sie Bau und Finanzierung mit eigenen Kräften und ohne Fremdmittel schafften. Am 11. Juli 1975 war es dann soweit: Bei der Einweihungsfeier waren unter anderem Gauvorstand Sepp Schlagbauer vom Chiemgau-Alpenverband, Staatssekretär Franz Neubauer, Ortsbürgermeister Sepp Steinbichler sowie die Wildenwarter Blaskapelle zugegen.

Weitere Baumaßnahmen bis zum heutigen Tage waren eine Erweiterung im Jahre 1979 (Küchenverlegung, Heizung, Kühlung, Lüftung und Schenke) sowie verschiedene Sanierungen (Fenster der Ostseite und WC-Anlage). Für den Erweiterungsbau mit Unterkellerung gab es im Rahmen der Gebietsreform, die 1978 vollzogen wurde, von den Gemeinden Prien und Bernau eine finanzielle Förderung. Der Rohbau der Erweiterung wurde in den Jahren 1987/1988 fertig ausgebaut und es erfolgte dabei der Einbau des jetzt vorhandenen Wirtschaftsbetriebes. Jedes Mal kam der Gemeinschaftsgeist und der Arbeitsfleiß der Hittenkirchner Trachtenvereinsmitglieder in erfolgreicher Weise zum Ausdruck. Heute bietet unser Heim neben der großen Tanzfläche auch noch Platz für ca. 300 Personen.

 

Im Sinne der Brauchtums-Pflege entwickelte sich das Hittenkirchner Trachtenheim zu einem über die Grenzen des Chiemgaus hinaus bekannten Treffpunkt.

Dafür sorgte vor allem der damalige zweite Trachtenvorstand Jakob Irrgang (1938-2006), der als Gauvolkstanzwart des Chiemgau-Alpenverbandes zusammen mit seiner Frau Traudl, der Fahnenmutter unserer zweiten Fahne, in eifriger Weise tätig war. Er verstand es, Volkstanz und Volksmusik öffentlich zu machen und die Jugend der Trachtenvereine, des Dorfes und Schüler aus der Umgebung dafür zu begeistern. Er hat das Trachtenheim schnell in eine „Volkstanzhochburg“ verwandelt, was es bis heute immer noch ist.

 

Den diesjährigen Volkstanzkurs für Jugendliche, der seit dem Tod von Jakob Irrgang von Vereinsmitglied Erika Heilmann und 3. Vorstand Florian Wörndl durchgeführt wird, besuchten an der fünf Übungsabenden im Schnitt mehr als 110 Tanzbegeisterte.

 

Treue Sänger und Musikanten sind eine weitere positive Seite beim Trachtenverein Hittenkirchen. Viele Gruppen kommen seit Anbeginn immer wieder bei den unterschiedlichsten Tanzabenden oder Musikantenhoagartn zum Einsatz, wie z.B. die Unterlandler-Musikanten aus Tirol, die letztes Jahr ihren 35. Auftritt in Hittenkirchen begingen.

 

Auch der Chiemgau-Alpenverband ist gerne mit seinen Veranstaltungen wie z.B. dem Gauball oder mit „Frisch aufgpuit und gsunga“ in den Räumlichkeiten von Hittenkirchen.

Der Bezirk Oberbayern mit seinem Volksmusikarchiv aus Bruckmühl war ebenfalls öfters bei Tonaufnahmen und öffentlichen Veranstaltungen hier zu Gast. Im Laufe der Jahre wurden so über 650 Gesangs- und Musikstücke aus den unterschiedlichsten Bereichen der Volksmusik für Informations- und Dokumentationszwecke aufgenommen.

 

So war in den vergangenen 35 Jahren das Trachtenheim bei insgesamt über 1500 öffentlichen Terminen Herberge und Unterkunft. Die jährliche Besucherzahl schwankte dabei zwischen 3500- 4500.

Das wichtigste ist aber die Probenarbeit der Kinder-, Jugend- und Aktivengruppen des Trachtenvereins „Almarausch“ Hittenkirchen, sowie die rund 20 Veranstaltungen des Vereins von den diversen Faschingsfeiern bis zu den Theateraufführungen aus den eigenen Reihen. „Ohne den Bau des Trachtenheimes hätten wir nicht einen so großen und lebendigen Nachwuchs.“, so der heutige Vorstand Christoph Kaufmann.

 

Das Trachtenheim von Hittenkirchen als gerne genutzter Veranstaltungs- und Versammlungsort nicht nur den Trachtlern, sondern auch anderen Nutzern zur Verfügung.

Der heutige Ehrenvorsitzende und langjährige Vorstand Christian Kaufmann und Frieda Wörtz, Zeugwartin des Vereins, kümmern sich als gute „Hausgeister“ gemeinsam um die Pflege des Trachtenheims bemüht und sehen fast täglich nach dem Rechten.

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